Schön, auch ohne Tierleid

Ihr Lieben,

durch viele Skandale in der Pharma- sowie in der Kosmetikindustrie, die aktuell besonders durch Facebook Aufsehen erregen, wird das Thema „Tierversuche“ immer präsenter. Ich selbst war einige Male überrascht, wenn ich Facebook geöffnet und gesehen habe, wer so alles Artikel über Tierversuche teilt und sich dagegen ausspricht. – Das gefällt mir natürlich! Noch viel mehr gefällt mir, dass viele meiner Freunde und Bekannten auch tatsächlich umdenken und von mir wissen wollen, welche Produkte sie denn bedenkenlos kaufen könnten und welche eben nicht.

Deshalb habe ich mir überlegt, dass es hilfreich wäre, die Kategorie „Beauty“ dafür zu nutzen, um euch zu informieren: über Firmen, Produkte und auch alternative Beauty-Artikel, die ohne Tierversuche auskommen und die ich selbst auf „Herz und Nieren“ getestet habe. Dazu muss ich sagen, dass ich selbst – trotz bald 3 jährigem Vegan-Dasein – in Sachen „Beauty“ noch ziemlich unerfahren bin.

Denn auch wenn ich es sehr mag, mich zurecht zu machen, bin ich nicht gerade der absolute Make-up-Junky. Ich habe von allem immer nur 1-2 Tübchen / Tiegelchen und gehe damit sparsam um. Zudem brauche ich immer alles brav auf, was man wohl von nur wenigen Kosmetik-Fans behaupten kann. So kam ich z.B. in den bald 3 Jahren erst einmal in die Verlegenheit, mir mein Make-up nachkaufen zu müssen.

Deshalb bin ich das Thema „Tierversuchsfrei“ (im folgenden: TV-frei) auch nie sehr akribisch angegangen. Aber nicht nur die „mangelnde Notwendigkeit“ sondern auch die Komplexität des Ganzen hat mich davon abgehalten. Bei den Meinungen über TV-freie Produkte verhält es sich ungefähr so, wie im Gerichtssaal… Das Sprichwort „zwei Juristen, drei Meinungen“ trifft nämlich nicht nur auf die Juristerei, sondern auch auf einschlägige Internetquellen zu. Es stellt sich also die Frage, wie TV-freie Kosmetika von TV-Kosmetika abzugrenzen sind.

Und da kommen wir auch schon zu den vielen unterschiedlichen Meinungen. Es gibt Menschen, die etwaige Kosmetika ablehnen, die in Produktionsstätten hergestellt werden, in denen auch nicht TV-freie Produkte hergestellt werden. Das wäre ungefähr so, als würde man vegane Schokolade verschmähen, die mit dem Hinweis „kann Spuren von Milch enthalten“ versehen ist.

Wieder andere boykottieren Unternehmen, die Tochterunternehmen von grundsätzlich nicht TV-freien Unternehmen sind. Ein kleines Beispiel: The Body Shop ist ein Tochterunternehmen von Loreal und stellt ausschließlich TV-freie Produkte her. Dennoch war Loreal lange Zeit verschrieen, da es bis zum Jahr 2014 grundsätzlich TV durchgeführt hat. Damit war The Body Shop quasi das „Alpro“ der Kosmetik-Szene (wer nicht weiß wovon ich spreche, nimmt mal all seinen Mut zusammen und postet einen Alpro-Joghurt in eine Veganer-Facebook-Gruppe). Mittlerweile schreibt aber auch Loreal sich auf die Brust, keine TV durchzuführen und auch keine Subunternehmen damit zu beauftragen.

Neben „TV-frei“ ist auch „vegan“ ist ein Entscheidungskriterium vieler Verbraucher. Es gibt natürlich vegane und nicht vegane Produkte: wir kennen alle die „Honey & Milk“-Seife aus dem Supermarkt. Milch z.B. wurde schon von den Ägyptern als „Beauty-Treatment“ behandelt. Nicht umsonst heißt es, dass Kleopatra in Milch und Honig gebadet hat, um ihre Schönheit zu erhalten. Darauf bauen auch viele Beauty-Hersteller, weshalb es sehr viele nicht-vegane Produkte gibt. „Nicht-vegan“ schließt aber nicht zwangsläufig TV-frei aus, ganz im Gegenteil: viele Unternehmen (wie z.B. Lush) bauen auf die natürliche desinfizierende und konservierende Wirkung von Honig und ersetzen mit ihm chemische Konservierungsstoffe.

Entsprechend all diesen „Ansichten“ gehen auch die im Internet verbreiteten Meinung darüber, welche Firmen / Produkte TV-frei sind, auseinander. Auf einer Seite wird zwischen dekorativer Kosmetik (Lippenstifte, Lidschatten, etc.) und Körperpflege differenziert (so ist z.B. die dekorative Kosmetik von Urban Decay TV-frei, die Körperpflege allerdings nicht), auf anderen Seiten wird wegen eines TV-Produktes die ganze Marke als nicht-TV-frei deklariert.

Was man selbst „in Ordnung“ findet, muss man für sich entscheiden. Es wird mit Sicherheit immer jemanden geben, der etwas an der Auswahl auszusetzen hat. Und einfach ist das alles mit Sicherheit nicht! Ich persönlich suche im Internet am liebsten nach gestellten Produktanfragen oder stelle sie gar selbst, denn dass ein Unternehmen auf direkte Nachfrage unwahre Angaben macht, halte ich für sehr unrealistisch.

In meinem Einkaufswagen landen nur noch Produkte, die TV-frei sind. Dabei müssen sie nicht vegan sein. Zwar finde ich Milch eklig, aber gegen Honig in Cremes o.ä. habe ich aber nichts einzuwenden (ich weiß, dass ich mit dieser Aussage wohl einige Menschen provoziere). Wenn ich damit schädliche Konservierungsstoffe von meiner Haut fernhalten kann – hervorragend.

Produkte die in einer Fabrik zusammen mit nicht TV-freien Produkten hergestellt werden, kaufe ich dennoch. Ferner kaufe ich auch TV-freie Produkte von Herstellern, die auch nicht TV-Produkte vertreiben. Warum? Ich kaufe auch im Supermärkten, in denen man Fleisch einkaufen kann. Oder aber um ein konkretes Beispiel zu nennen: fast jeder Vegan-Essende hat wohl mindestens ein Produkt von Rapunzel in seiner Küche stehen. Warum auch nicht? Rapunzel macht u.a. hervorragende Nusmuse, aber (!) nicht alles, was Rapunzel herstellt, ist auch gleichzeitig vegan. Das Prinzip ist wohl das Gleiche und ich denke, ihr alle habt meine Denkweise verstanden.

In meinen Augen ist es wichtig, ein Zeichen zu setzen: schön, auch ohne Tierleid. Wer „The Illusion of Choice“ kennt, weiß, dass im Prinzip so ziemlich alles, was man kaufen kann, von rund 10-15 sehr großen – man könnte sagen – Imperien hergestellt wird. Mit der eigenen Wahl TV-frei zu kaufen, setzt man allerdings ein klares Zeichen, das auch Marktforscher verstehen. Und wer andere an seinen (hoffentlich positiven) Erfahrungen teilhaben lässt, tut noch einiges mehr als „nur“ ein stilles Zeichen zu setzen.

Abschließend möchte ich nochmals klarstellen, dass das alles hier meine persönliche Meinung ist und ich verstehen kann, dass einige es sehr viel „enger“ sehen als ich. Ich bitte euch, euch nicht deshalb aufzuregen und mich von eurer Ansicht überzeugen zu wollen. Jeder muss seinen Denkprozess selbst durchlaufen.

Bye bye, Pickelface!

LaraLaurelIch hatte in meinem Review über die Aminosäuren von Fitnessguru bereits erwähnt, dass ich früher sehr mit meiner Haut zu kämpfen hatte. Ich hatte zwar nie Akne oder übermäßig viele Pickel, aber ich habe mich dennoch wahnsinnig unwohl gefühlt. Ohne Make-Up konnte ich zwar vor die Tür gehen, aber sicherlich nicht in die Uni oder in die Schule. Viel zu sehr habe ich mich für meine Haut geschämt.

Da ich meine Unreinheiten natürlich zu jeder Zeit loswerden wollte, habe ich alles ausprobiert, was mir über den Weg lief: alle nur erdenklichen Anti-Pickel-Produkte aus Drogerien und Parfümerien, Besuche bei der Kosmetikerin, Tabletten und Nahrungsergänzungsmittel, Medikamente (u.a. verschiedene Antibabypillen gegen Hautunreinheiten), spezielle Cremes aus der Apotheke, Öle, Dampfbäder und regelmäßige Saunabesuche, Make-up freie Wochen, Hausmittelchen (ich habe z.B. einige Wochen lang ein daumengroßes Stück frische Hefe gegessen), und und und…

Und was davon hat langfristig geholfen? – Richtig, nichts.

Das heißt aber noch lange nicht, dass es nichts gibt, das hilft. Was ich damals nämlich nicht bedacht hatte, ist, dass die Ursache für meinen Hautzustand vielleicht gar nicht „von außen“ behandelbar ist, sondern vielmehr „von innen“. Erst als ich angefangen habe, vegan zu essen und mich besser über Lebensmittel zu informieren, weiß ich, dass meine Ernährung der Grund für meine Hautunreinheiten war.

Für diejenigen unter euch, die ebenfalls Probleme mit ihrem Hautbild haben (auch für diejenigen mit fettiger und/oder großporiger Haut) habe ich hier ein paar Tipps, die bei mir Wunder bewirkt haben und von denen ich mir sicher bin, dass sie auch euch helfen. Zu meinen Ratschlägen gibt es sowohl Quellen, die mich bestätigen, als auch solche, die das Gegenteil behaupten. Deshalb möchte ich an dieser Stelle nochmal betonen, dass dies meine persönlichen Erfahrungen sind.

1. Lasst Milch und Mehl weg

Und ich meine nicht nur die Milch aus dem Tetra-Pack, sondern sämtliche Milchprodukte. Meine Haut ist deutlich besser geworden, als ich angefangen habe, keine Milch mehr zu essen. Im Internet findet man dafür die unterschiedlichsten Begründungen: Hormone, Fett, Milchproteine. Fakt ist, dass Milch das Hautbild negativ beeinflusst. Gebt doch einfach mal „Milch“ bei YouTube ein und erfahrt mehr darüber.

Außerdem reagiere ich sehr stark auf Backwaren, vor allem auf weißes Mehl. Brötchen und Kuchen sind ein Graus für meine Haut. Haferflocken, Amaranth und Co. vertrage ich dagegen ziemlich gut.

2. Esst Obst und Gemüse – und zwar in rohen Mengen

Möhren 1Gemerkt? Das war ein Wink mit dem Zaunpfahl. 😉 Rohes Obst wirkt Wunder! Besonders helfen mir Zitrusfrüchte, also Obst mit einem hohen Säuregehalt: ladet beim nächsten Einkauf ganz viele Orangen, Zitronen (z.B. als heiße Zitrone am Morgen), Kiwis, Ananas und was ihr noch so findet, ein.

Sogar noch viel besser als Zitrusfrüchte ist grünes, gelbes und vor allem oranges Gemüse, also alles was reich an Provitamin A (Carotine) ist. Außerdem solltet ihr ganz viel Vitamin B3 (Niacin, auch Schönheitsvitamin genannt) zu euch nehmen, da es für schöne Haut und feste Nägel sorgt. Ihr findet es in Avocados, Hülsenfrüchten und Nüssen.

Wer schnell und lecker möglichst viel Obst und Gemüse zu sich nehmen möchte, sollte meinen Skin Rescue Juice probieren! 🙂

5. Weniger Produkt

Wenn man sich von einer Kosmetikerin / Drogistin / Parfümerei-Verkäuferin beraten lässt, wird einem eigentlich immer empfohlen, Gesichtswasser, Reinigungsmilch, Reinigungsschaum, Waschgel, Peeling, Maske, Nachtcreme, Tagescreme und eine partielle Pflege zum Auftragen auf die einzelnen Pickel zu kaufen. Ich bin mittlerweile zu der Erkenntnis gekommen, dass weniger mehr ist. Ich wasche mein Gesicht mit Wasser und was nicht abgeht (meistens sind das biestige Mascara-Überbleibsel), entferne ich danach mit einem Reinigungstuch (ich mag die von Balea).

Für meine 0815-Mischhaut benutze ich als Pflege nur noch ein Serum von Kiehl’s (mit dem einfachen Namen „clearly corrective dark spot solution“), das Pigmentflecken bzw. Pickelnarben schon nach einem Monat regelmäßiger Benutzung nahezu verblassen lässt. (rein präventiv: ja, Kiehl’s gehört zu L’Oréal. Nein, L’Oréal Europa macht keine Tierversuche mehr.)

Gelegentlich verwöhne ich meine Haut mit einer Gesichtsmaske. Meine Liebste ist von Lush und heißt „Mask of Magnaminity“ (drauf steht, dass sie „Veggie approved“ ist, beim zweiten Hinschauen hab ich jedoch festgestellt, dass Honig enthalten ist. Essen tue ich ihn nicht mehr, aber ich kenne die desinfizierende und heilende Wirkung von Honig und schätze sie sehr. Nichts hilft besser gegen rissige Winter-Lippen als ein Abend mit „Honigmaul“. Sobald ich diese Maske aufgebraucht habe, werde ich dennoch was anderes probieren).

6. Entspannung

Stress spiegelt sich leider sehr schnell im Gesicht wieder. Und dann hat man direkt noch mehr Stress. Zumindest ist das so bei mir… Nichts nervt mich mehr als aufzuwachen und direkt mit einer bösen Überraschung im Gesicht aufzuwachen. Achtet darauf, dass ihr euch bewusst Zeit für euch nehmt. Schnappt euch ein gutes Buch, macht euch eine leckere Mousse au Chocolat oder geht in die Sauna (die hilft ja ohnehin super gegen Pickel). Und schlaft genug!

7. Trinkt viel Wasser

…oder Tees oder selbstgemachte Säfte. Alles andere würde ich ohnehin weglassen. Wenn ich an einem Tag nicht meine 2-3 Liter Wasser getrunken habe, fühle ich mich schlapp und ausgetrocknet. Ich finde das sieht man auch immer dem Gesicht an. Wenn man genug trinkt, strahlt das Gesicht viel mehr!

Ihr Lieben, ich hoffe, ich konnte euch hiermit eine kleine Hilfestellung geben und etwas Mut machen. Es gibt „Heilung“! Probiert meine Tipps doch einfach ein paar Wochen aus und gebt mir ein Feedback! Ich würde mich sehr freuen!